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Eine Liebeserklärung

Deutschland, das Land der Dichter und Denker, das Land mit Tausenden von Burgen und Festungen, die Heimat der Gebrüder Grimm und Wiege ihrer Märchen, das Land der alten Mythen und Sagen ... - aber auch das Land der Verbote, Vorschriften und Einschränkungen.


Darf ich als gebürtiger Deutscher überhaupt sagen, dass ich mein Land liebe?

Haha, nun, manchmal fühlt es sich so an, als dürfe ich es nicht. Aber es ist mir egal! Ich sage so oder so, was ich denke und fühle.

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Sommer 2018 im Allgäu in Bayern

Deutschland ist so ein altes Land, so reich an Geschichte – und oft wird vergessen, dass unsere Geschichte nicht auf die dunklen Jahre von 1933 bis 1945 beschränkt ist.

Es gibt noch SO VIEL MEHR...!

Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass alles, was unsere Kultur und Traditionen hier geprägt hat, (vor diesem dunklen Kapitel der Geschichte unseres Landes) nicht mehr sehr aktuell ist, immer mehr in Vergessenheit gerät und bald verblasst und ganz verschwunden sein wird. Und das macht mich ein wenig traurig.

Warum? Nun, die neuen Generationen verlieren ihre Verbindung zu allem, wofür unsere Vorfahren gelebt und gearbeitet haben und was für sie von Bedeutung war.

Und gleichzeitig verlieren wir einen Teil unserer Wurzeln und Identität.


Wer von den jungen Leuten kennt heute zum Beispiel noch die alte 'Nibelungen-Saga', die in Deutschland spielt und eine der bekanntesten mystischen Sagen nicht nur in Deutschland ist. Es wurde auch im Jahr 1220 in der 'Edda', dem Buch der nordischen Götter und Mythologie auf Altisländisch niedergeschrieben.


Isländische Schüler lesen und studieren die 'Edda' auch heute noch in der Schule.

In Deutschland hört man davon kein Wort, weder in der Schule noch anderswo.

Nur hier und da erinnern einige Denkmäler und Statuen an längst vergessene Geschichten.

Auf dem ersten Bild dieser Slideshow ist Siegfried der Drachentöter zu sehen. Auf dem zweiten ist der "Siegfrieds Brunnen" abgebildet, wo er angeblich im Blut des Drachens gebadet hat, um unverwundbar zu werden. Und das dritte Bild zeigt Hagen von Tronje, der den Nibelungen-Goldschatz in den Rhein wirft.

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Castle in Schwerin, North Germany, built in 941

Diesen Sommer war ich mit meinen Kindern in den Ferien im Norden Deutschlands und wir haben die Stadt Schwerin und ihr wunderschönes, romantisches Schloss besucht.

Experten sagen, dass auf heute deutschem Boden rund 25.000 Burgen, Kastelle und Ruinen stehen.

Ich mag es, mehr über die Geschichte meines Landes zu erfahren, weil es mich staunen lässt, was die Menschen in Hunderten von Jahren aufgebaut haben, auch ohne Maschinen und die technische Unterstützung, die wir heute haben. Und doch sind diese alten Gebäude so viel schöner, detaillierter, künstlerischer und ästhetischer als diese kalten Betonblöcke moderner Architektur, die sich heute so verbreitet hat, dass es irgendwie seltsam erscheint.

Ich weiß auch, dass nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" war.

Die Arbeitsbedingungen waren sicher viel härter und riskanter als heute. Und es gab eine große Kluft zwischen den normalen, eher armen Leuten und den reichen Aristokraten - was sich ehrlich gesagt nicht so sehr von der heutigen Situation unterscheidet, oder?


Aber es gibt nicht nur das kulturelle Erbe auf materieller Ebene, sondern auch auf intellektueller Ebene.

Deutschland ist die Heimat so vieler großer Denker, Entwickler, Wissenschaftler, Dichter, Philosophen, Geschichtenerzähler, Komponisten, Musiker, Maler und anderer Künstler, dass ich sie hier in diesem Blogbeitrag gar nicht aufzählen kann, da es den Rahmen sprengen würde.